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Worum es wirklich geht

Fagernes. Eine Kleinstadt in Norwegen. Vor 15 Jahren verschwand Leah – und wurde nie gefunden. Ihr Vater Frank Drage sitzt seither im Gefängnis, verurteilt auf Basis von Indizien. Er leugnet bis heute.

Der Podcaster Markus Heger nimmt sich des Falls an – bricht aber nach der ersten Folge ab. Zu wenige Spuren, zu viele Mauern. Bis eine junge Journalistin, Mathilde Vold, bei der Lokalzeitung Oppland Arbeiderblad anfängt, den Podcast hört und anfängt zu graben.

Dann verschwindet auch sie.

Die zentralen Gedanken

Was passiert mit einer Familie, wenn jemand einfach weg ist – und die Wahrheit trotzdem ausbleibt? Das Buch zeigt das ruhig, aber eindringlich.

Die Geschichte wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart – zwischen dem Moment des Verschwindens und der Gegenwart, in der alle noch immer damit leben. Oder es versuchen. Denn jede Familie trägt ihre eigenen Lasten. Und diese Lasten verschwinden nicht, nur weil die Zeit weitergeht.

Was mich am meisten beschäftigt hat: Wie gefährlich es ist, wenn Einzelpersonen auf eigene Faust nach der Wahrheit suchen. Kein Ermittlungsapparat, keine Absicherung – nur der Wille zu wissen. Und möglichst viele Klicks und Einschaltquoten.

Für wen sich das Buch NICHT lohnt

Wer schnelle Action, hohe Schlagzahl und atemlose Wendungen sucht, ist hier falsch. Hörst du den Schrei ist skandinavisch – im besten und im herausforderndsten Sinne des Wortes. Ruhig, düster, manchmal fast schwerfällig. Wer mit melancholischen Cold-Case-Geschichten nichts anfangen kann, wird schnell ungeduldig werden.

Alle anderen: Ein Fall, der einen nicht loslässt.

Das zweite Buch der beiden Bestsellerautoren – „Spürst du die Angst?" – erscheint Ende Dezember 2026. Ich bin gespannt.

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